Unnötiger Flächenverbrauch statt sinnvolle Parkraumbewirtschaftung

Parkplatz statt Parkhaus für das Kreiskrankenhaus Landsberg –
Mit Erstaunen und Verärgerung haben wir die Presseberichterstattung zum Klinikum Landsberg verfolgt. Landrat Thomas Eichinger informierte in einem Pressegespräch gemeinsamen mit Marcus Woedl (Vorstand des Klinikums) darüber, dass statt des seit längerer Zeit angedachten Parkhauses mit 200 Stellplätzen lieber ein weiterer Parkplatz mit der Fläche von mehreren tausend Quadrat-metern auf Ackergrund entstehen soll. Bei den in der Presse berichtet 600 m² fehlt wohl eine 0, ein Stellplatz benötigt 12m² x 200 Stellplätze + Wendeflächen, Zufahrten, Wegeflächen = ca. 6000m²).
Mal ganz davon abgesehen, dass es zu einer Parkplatzerweiterung in die Fläche keinerlei Diskussion und Beschlusslage in den Kreisgremien gibt, empfinden wir es als völlige Missachtung der gewählten politischen Vertreter, dass über so einen Sinneswandel zuerst in der Presse informiert wird. Es gab weder im Kreistag noch in der Stadt Landsberg darüber bisher eine Diskussion, ganz geschweige denn von Plänen, Kostenschätzungen oder Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen. Das konnte es auch noch nicht geben, da die Verwaltung bisher keine diesbezüglichen Planungen vorgelegt hat. Dass die Stadt Landsberg hier etwas abgelehnt hätte, kann deshalb ebenso wenig nachvollzogen werden.
Der Kreisausschuss hat die Sicherung der angrenzenden Flächen für den Landkreis als „Erweiterungsoption“ für das Klinikum und für zukünftige Entwicklungen beschlossen, aber nicht explizit für Parkflächen. Alle bisherigen Überlegungen gehen von einer Mehrfachnutzung der vorhandenen Stellplatzfläche und damit von einer Überbauung mit Parkhaus und Mikroappartements aus. Daran sollten wir auch festhalten!
Unbestritten ist, dass die Parkplatzsituation am Klinikum sich in den letzten Jahren massiv verschärft hat – Mitarbeiter und Besucher klagen über fehlende Parkflächen. Der Landkreis ist in der Pflicht hier aktiv zu werden und zügig für Abhilfe zu sorgen. Die bereits vorhandenen Parkplätze sollten durch ein „bewirtschaftetes“ Parkhaus überbaut und so erweitert werden, dass für Stellplätze keine neuen Flächen geopfert werden müssen. Die Bewirtschaftung sorgt für eine Refinanzierung der höheren Baukosten und ermöglicht gleichzeitig eine Reduzierung von „Fremd- und Dauerparkern“ beim Klinikparkplatz. Auch bei anderen Krankenhäusern wie z.B. unseren Starnberger Nachbarn werden moderate Parkgebühren beim Krankenhaus verlangt, dies ist sinnvoll und hat sich bewährt Für Mitarbeiter kann die Parkgebühr beispielsweise erlassen werden, Besucher bekommen beim Empfang ihr Parkticket gelocht und so in den Genuss von reduzierte Parkgebühren. Alles machbar…
Selbst als Provisorium halten wir diese Idee für eine Schnapsidee, denn auch dann muss für 200 Stellplätze lt. Aussage von Landrat Eichinger rund eine halbe Million Euro ausgegeben werden. Im Ergebnis ist ein weiterer Acker dann überwiegend asphaltiert und versiegelt. Und wie jeder weiß, hält nichts länger als ein Provisorium!
Der Landkreis Landsberg hat sich in seinem Klimaschutzkonzept ehrgeizige Ziele gesetzt, auch bzgl. Verkehr. Bisher völlig ungeprüft ist, ob sich – ergänzend zu einem bewirtschafteten Parkhaus – über eine Angebotserweiterung des Stadtbusses gerade in den Randzeiten die Akzeptanz des ÖPNV für Angehörige und /oder Mitarbeiter verbessern lässt. Überdachte und abschließbare Fahrradstellplätze könnten auch für einige Mitarbeiter ein Anreiz zum Radeln sein.
Das höchst erfolgreiche Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ist erst wenige Wochen alt, die bayrische Staatsregierung hat die Eckpunkte übernommen und was passiert bei uns im Landkreis Landsberg?
Ein verantwortlicher Umgang mit unseren Ressourcen mit Rücksicht auf folgende Generationen sieht sicher anders aus.
(Renate Standfest, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen – GAL)

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