Freizeitgelände Utting

Für und Wider Baumschutzverordnung

Freizeitgelände Utting

Baumschutzverordnungen sind immer wieder in der Diskussion, auch bei uns in Utting. Die einen halten sie für unverzichtbar, um die lebensnotwendigen Bäume in den Städten und Gemeinden zu erhalten, andere bezeichnen sie als „Gängelung“ der Bürger, Bürokratiemonster, im besten Fall wirkungslos, im schlimmsten Fall kontraproduktiv.

Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. hat in Rahmen eines vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderten Projektes „Neue Chancen für alte Bäume“ eine Befragung unter sämtlichen bayerischen Städten und Gemeinden mit dem Ziel durchgeführt, die Verbreitung, Ausgestaltung und Effektivität von Baumschutzverordnungen zu untersuchen.

Nachfolgend habe ich die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Bericht BN-Informiert-BSV2019 zusammengefasst…

Insgesamt haben in Bayern nur 94 von 2.556 Kommunen eine Baumschutzverordnung erlassen – unsere Nachbargemeinde Schondorf gehört übrigens dazu :-).

PRO Baumschutzverordnung

83,1 % derjenigen Kommunen, die selbst eine Baumschutzverordnung erlassen haben, schätzen ihre Bedeutung für den Baumschutz als sehr wichtig ein. Die am häufigsten genannten Gründe dafür sind:

  • Die Funktionen der Bäume als Habitat, Sauerstofflieferant und als wichtiger Akteur im Kampf gegen Klimawandel und Insektensterben
  • Bewusstseinsschaffung bei der Bevölkerung für die Bedeutung der Bäume
  • Fällungen sind nur noch in gut begründeten Fällen möglich
  • Fällungen sind nicht mehr ohne Ersatzpflanzungen möglich
  • Vor allem ortsbildprägende Bäume erfahren so einen Schutz, der sonst nicht möglich wäre

CONTRA Baumschutzverordnung

Kritiker von Baumschutzverordnungen unterstellen diesen häufig eine kontraproduktive Wirkung in zweierlei Hinsicht:

  • Alte Bäume mit Schutzanspruch würden noch rasch gefällt, bevor die Verordnung eingeführt wird
  • Besteht die Verordnung bereits, würden Bäume aufgrund des Mindeststammumfangs vor dem „Hineinwachsen“ in die Verordnung gefällt

Schwächen und Verbesserungspotenziale

  • Hauptproblem ist die mangelnde Kontrolle und Durchsetzung. Nicht die Baumschutzverordnung ist das Problem, vielmehr die schlechte Personalsituation, die die Umsetzung erschwere
  • Im Fall von bestehendem Baurecht werde die Baumschutzverordnung faktisch Makulatur

Fazit

In den Kommunen, die eine Baumschutzverordnung erlassen haben, wird diese von einer sehr großen Mehrheit als wichtiges Instrument für den Schutz von Bäumen angesehen. Insgesamt können Baumschutzverordnungen zum Erhalt von Bäumen einen großen Beitrag leisten, sofern deren Anwendung von Seiten der Behörden mit Augenmaß erfolgt und auch durchgesetzt werden kann. Vor allem das Bewusstsein der Bevölkerung und der Verwaltung für die Wichtigkeit un den Nutzen der Bäume wird mit einer Baumschutzverordnung geschärft. Die Schaffung von Akzeptanz von Seiten der Bürger geht mit diesem Problembewusstsein einher.

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